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Zertifizierungen

FSC oder PEFC: Wo liegt der Unterschied, und was brauchen Sie?

Beide zertifizieren verantwortungsvolle Forstwirtschaft, sind aber nicht austauschbar. So unterscheiden sich FSC und PEFC, so funktioniert die Produktkette, und das sollten Sie von Lieferanten verlangen.

May 2026·6 min read·Bruno Fardilha

Fast jede Holzanfrage kommt heute mit einer Zertifizierungsfrage. Käufer wollen FSC, PEFC oder beides — doch die beiden Systeme werden oft als ein einziges Häkchen behandelt. Das sind sie nicht. Wer versteht, was jedes System tatsächlich garantiert, spezifiziert das richtige Material und zahlt nicht für ein Label, das er nicht braucht.

Zwei Systeme, ein Ziel

FSC (Forest Stewardship Council) und PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) sind die beiden weltweit dominierenden Systeme zur Waldzertifizierung. Beide belegen, dass Holz aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt, und beide untermauern das mit unabhängigen Audits durch Dritte und einer Produktkette (Chain of Custody), die das Material vom Wald bis zum fertigen Produkt verfolgt. Der Unterschied liegt im Aufbau.

FSC in Kürze

  • 1993 gegründet, geführt nach einem einzigen internationalen Standard mit starker Unterstützung von NGOs und Umweltverbänden.
  • Wird häufig namentlich in Handelssortimenten, Ausschreibungen und Architektenvorgaben verlangt.
  • Drei Produktlabels: FSC 100%, FSC Mix und FSC Recycled.

PEFC in Kürze

  • 1999 als Dachorganisation gegründet, die nationale Zertifizierungssysteme anerkennt, statt einen einzigen globalen Standard vorzugeben.
  • Besonders stark in europäischen Wäldern sowie bei Klein- und Familienwaldbesitzern, für die eine Zertifizierung oft einfacher und günstiger ist.
  • Wichtigste Labels: PEFC Certified und PEFC Recycled.

Die Produktkette ist das, was bei Ihnen ankommt

Die Waldzertifizierung betrifft den Wald. Für den Käufer zählt die Produktkette (Chain of Custody, CoC): das Zertifikat, das jedes Unternehmen in der Lieferkette — Sägewerk, Händler, Importeur — benötigt, um die Auslobung weiterzugeben. Fehlt einem Glied ein gültiges CoC-Zertifikat, bricht die Auslobung, unabhängig davon, wie die Bäume gewachsen sind. Prüfen Sie immer, ob Ihr direkter Lieferant ein aktuelles CoC-Zertifikat für das auf der Rechnung genannte System besitzt.

Prozent- und Kreditsysteme

Beide Systeme erlauben „Mix"-Auslobungen, bei denen zertifiziertes und kontrolliertes Material nach dokumentierten Prozent- oder Kreditregeln kombiniert wird. Das ist normal und legitim, aber genau deshalb ist „FSC Mix" nicht dasselbe wie „FSC 100%". Wenn Sie eine bestimmte Auslobung brauchen, geben Sie sie in der Bestellung an.

Was sollten Sie also verlangen?

  • Lassen Sie den Absatzmarkt entscheiden. Nennt Ihr Kunde, eine Ausschreibung oder eine Gebäudezertifizierung (BREEAM, LEED, DGNB) ein bestimmtes System, spezifizieren Sie dieses.
  • Bei europäischem Nadelholz ist PEFC meist breiter verfügbar; für weltweit anerkannte, endkundennahe Auslobungen wird oft FSC erwartet.
  • Wer „FSC oder PEFC" akzeptiert, vergrößert den Lieferantenkreis und verkürzt die Lieferzeiten.

Zertifizierung ist nicht dasselbe wie EUDR-Konformität. Ein FSC- oder PEFC-Label belegt verantwortungsvolle Forstwirtschaft, erfüllt für sich genommen aber nicht die EU-Entwaldungsverordnung, die weiterhin parzellengenaue Geolokalisierung und eine Sorgfaltserklärung verlangt. Betrachten Sie beides als sich ergänzend, nicht als austauschbar.

Bei Timberhub sind 98% unseres Sägewerksnetzwerks FSC- oder PEFC-zertifiziert, und jede Bestellung enthält die CoC-Dokumentation, die die Auslobung belegt. Wenn Sie unsicher sind, welche Zertifizierung Ihr Projekt benötigt, ordnet unser Team die Spezifikation dem richtigen Werk zu.

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